Arbeitsgruppe
Arzneimittelinformationssysteme (AIS)
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Leiter |
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Dr. M. Criegee-Rieck (Neu-Isenburg)  |
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Stv. Leiter |
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PD Dr. T. Bürkle (Erlangen)  |
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Amtszeit:
Homepage:Neuer Link
Schlüsselworte:
Ziele der Arbeitsgruppe:
Tätigkeiten der Arbeitsgruppe:
Tätigkeiten im Berichtszeitraum 01. Juli 2007 bis 31. Dezember 2008
Zusammenfassung
Die Arbeitsgruppe bietet seit 3 Jahren eine gemeinsame Plattform für interessierte Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e.V. (GMDS) und des Deutschen Verbandes Medizinischer Dokumentare e.V. (DVMD). Der langfristig angelegte Stellenwert und Aufgabenbereich der ehemaligen Projektgruppe wurde anlässlich der Jahrestagung 2008 der GMDS in Stuttgart durch Umwidmung in eine permanente GMDS Arbeitsgruppe eindrucksvoll bestätigt. Die Aufgabe der Arbeitsgruppe besteht insbesondere darin, Beiträge zur Entwicklung, Einführung und Nutzung rechnertauglicher Arzneimittelinformation zu leisten. Ziel ist es weiter, die Diskussion auf Seiten der Entscheider und Nutzer darüber zu intensivieren, welche Ansätze und Methoden der rechnergestützten Medizin in der Lage sind, den bestmöglichen Nutzen im Sinne einer Verringerung sowie Vermeidung von Arzneimittelkomplikationen zu erzielen. In diesem Sinne dienen die Aktivitäten der Gruppe der rechnergestützten Arzneimittelauswahl und Arzneimitteldokumentation und damit der Prüfung und Erhöhung der Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS).
Veranstaltungen Einen besonderen Schwerpunkt ihrer Aktivitäten hat die Gruppe bei der 53. Jahrestagung der GMDS in Stuttgart gesetzt. Dort trat sie als Organisatorin mit einer Reihe von Veranstaltungen auf, die durch
ihre inhaltliche Auslegung den hohen Stellenwert und das breite Anwendungsspektrum von Arzneimittel-Informationssystemen im deutschen Gesundheitswesen darstellen.
Workshop PG AIS / PG STM 15.09.2008
In einem gemeinsamen Workshop mit der AG Standardisierte Terminologien in der Medizin (Leiter: Josef Ingenerf) wurde in wissenschaftlichen Beiträgen und durch Erfahrungsberichte von Anwendern illustriert und untermauert, dass der Einsatz von Terminologiestandards auf Basis eines neuen Informationsmodells für Arzneimittel signifikante Vorteile für zahlreiche Fragestellungen ermöglicht. So wurde gezeigt, dass eine systematische Einbeziehung von Diagnosezuordnungen in Form von ICD-10 Kodierungen der Anwendungsgebiete von Arzneimitteln die Genauigkeit von Morbiditätsbetrachtungen (Morbi-RSA) mit Verordnungsdaten erheblich erhöht. Erreicht wurde diese durch vergleichende Betrachtungen von arzneimittel-spezifischen Klassifikationen (Anatomical Therapeutic Chemical classification – ATC bzw. Pharmazentralnummer - PZN) auf Basis von ICD10 Zuordnungen im Bereich Anwendungsgebiet von Arzneimitteln. In weiteren Vorträgen wurde dargestellt, dass die Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) künftig ein wichtiger Entwicklungsvektor für kommerzielle Arzneimittel-Informationssysteme sein wird. Neben den wenigen Legacy-Systemen im Markt konnten insbesondere in den letzten Monaten einige interessante und innovative Neuentwicklungen beobachtet werden.
Symposium „Arzneimittelinformation im Fokus des Gesetzgebers“ 18.09.2008
Dieses von der AG organisierte ganztägige Symposium konnte erfreulicherweise mit hochrangigen Referenten aus verschiedenen Bereichen des Gesundheitswesens besetzt werden. In der Allgemeinheit bekannt ist die Tatsache, dass ab Januar 2009 die Finanzierung der Leistungsträger in der GKV über das Instrumentarium des Gesundheitsfonds abgewickelt werden soll. Weniger bekannt ist, dass im Rahmen des damit assoziierten Risikostrukturausgleichs (Morbi-RSA) und den dort verwendeten Klassifikationsmodellen für Versicherte die Arzneimittelverordnungen und die damit verbundene Arzneimttelinformation ein neues und morbiditätsbestimmendes Klassifikationsmerkmal bzw. sogenanntes Aufgreifkriterium sein werden. Der Vortrag durch eine Referentin aus der durchführenden Behörde Bundesversicherungsamt (BVA) konnte hierzu direkt und ergiebig Auskunft geben. Ein weiteres Kernthema im Jahr 2008 war die Veröffentlichung eines Anforderungskataloges für die Hersteller von Arzneimittelinformationssystemen und Arztpraxissoftware durch die kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV). Dieser Katalog zielt auf Verbesserungen in der leitliniengerechten sowie kostenoptimalen Verordnungsunterstützung für Ärzte und hat die Umsetzung der Arzneimittelrichtlinien (AMR) in den EDV- Systemen im Fokus. Über dieses Thema wurde das interessierte Fachpublikum durch die seinerzeit verantwortliche heutige Leiterin des Wissenschaftlichen Instituts der TK für Nutzen und Effizienz im Gesundheitswesen (WINEG), Frau Dr. Dietrich informiert. Das Thema Arzneimitteltherapiesicherheit, kurz AMTS spielte 2008 eine entscheidende Rolle für eine Reihe von Aktivitäten und Massnahmen rund um die Arzneimittelinformation. Bereits im Herbst 2007 wurde vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) der „Aktionsplan 2008/2009 zur Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit“ vorgestellt. Zur Umsetzung dieses Aktionsplans wurde in der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) eine Koordinierungsgruppe eingerichtet mit der Vorgabe, eine bessere Sicherheitskultur für Arzneimitteltherapiesicherheit in Fachkreisen zu etablieren, die Information zu Arzneimitteln zu verbessern, die Entwicklung und den Einsatz von Strategien zur Risikovermeidung bei der Anwendung von Arzneimitteln zu fördern, sowie die Forschung auf dem Gebiet der Arzneimitteltherapiesicherheit zu intensivieren. Auch hier konnte der versierte Referent einen aktuellen und unmittelbaren Einblick in diese Aktivitäten geben. In diesem Zusammenhang spielen die Aktivitäten der gematik (Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte
mbH) eine bedeutende Rolle in der Ausgestaltung der erforderlichen Daten für die Arzneimitteltherapiesicherheit auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK). Über die gesetzlichen Hintergründe sowie aktuelle Entwicklungen im Kontext der Erhebung, Verarbeitung und Nutzung von Daten zur Prüfung der Arzneimitteltherapiesicherheit wurde in einem weiteren Fachreferat umfassend informiert. Mit juristischer Fachkenntnis wurden schließlich die rechtlichen und therapeutischen Rahmendingungen einer IT-unterstützten Arzneimitteltherapie und deren Auswirkungen auf die AMTS kompetent dargestellt. Es zeigte sich dabei, dass das Sozialrecht in der Lage ist, die Therapiehoheit der Ärzteschaft zu dominieren und sich dadurch für den therapeutisch tätigen Mediziner in der Praxis neue Risiken ergeben können.
In zwei weiteren Vorträgen wurde deutlich, dass die Internationalisierung bzw. Globalisierung auch bei den Arzneimittelinformationssystemen angelangt ist. Von einer Expertin des Deutschen Institutes für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) wurden die Aktivitäten des Technical Committees 215 (TC 215) der Internationalen Organisation für Normung (ISO) und deren Auswirkungen auf die „deutsche“ Arzneimittelinformation vorgestellt. Dass Standards gerade bei der Arzneimittelinformation als Grundlage einer elektronischen Verordnung (ePrescription) im internationalen Kontext eine tragende Rolle zur Herstellung von Interoperabilität spielen werden wurde deutlich, als nachfolgend Ziele, Grundlagen und Anforderungen des Vorhabens von 12 europäischen Mitgliedsländern mit Arbeitstitel epSOS (Smart Open Services for European Patients) illustriert wurden.
Absolut schlüssig passen hierzu die Arbeiten des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfARM) und der europäischen Zulassungsbehörde EMEA (European Medicines Agency). Genügen die Standardisierungsbemühungen des Product Information Management (PIM) und des Structured Product Labeling (SPL) den Herstellern von Arzneimitteln und den Fachkreisen im Gesundheitswesen um ihren Aufgaben und Pflichten adäquat nachkommen zu können? Können die verschreibungs- und verordnungsrelevanten Informationen zu einem Arzneimittel bereits während der Zulassung so standardisiert erfasst werden, dass eine Integration in entscheidungsunterstützende Arzneimittelinformationssysteme möglich ist? Hier wurde erläutert, wie durch sachgerechte Standardisierung ein Fortschritt in der Qualitätssicherung von Arzneimittelinformationen und damit eine Verbesserung der AMTS erzielt werden kann.
Um die ausnahmslos wertvollen Beiträge einem größeren Interessentenkreis zur Verfügung zu stellen, und um ein nachhaltige Diskussion zu ermöglichen hat die Arbeitsgruppe einen gedruckten Symposiumsband erstellt und herausgegeben, dessen Finanzierung durch die Firmen AGFA Healthcare und Medizinische Medien Informations GmbH übernommen wurde. Für diese Unterstützung bedankt sich die Leitung der Gruppe im Namen aller Mitglieder bei beiden Unternehmen.
Clinical Documentation Challenge 2008, 16.09.2008
Ein weiteres Highlight der Gruppenaktivitäten war die Mitarbeit an der diesjährigen Clinical Documentation Challenge unter dem Motto „Arzneimittel-Informationssysteme“ die zusammen mit der AG Klinische Arbeitsplatzsysteme der GMDS veranstaltet wurde. In einer wie immer sehr anspruchsvollen geführten Softwaredemonstration hatten sechs Hersteller von Klinischen Arbeitsplatzsystemen respektive von Arzneimitteldokumentationssystemen die Aufgabe, die komplette Arzneimitteldokumentation eines vorher nicht bekannten Patienten live zu zeigen und sich dabei den kritischen Fragen des Publikums zu stellen. Die gut besuchte Vorstellung folgte dabei einem rigiden Zeitplan, der den Zeitdruck typischer klinischer Abläufe simuliert. Das Szenario und die dazugehörigen Unterlagen wurden über die AG KAS unter http://cdc.imi.uni-erlangen.de/CDC2008/index.htm bereitgestellt und können nun auch für gezielte Firmenpräsentationen und Firmenvergleiche von Kliniken und anderen potentiellen Kunden verwendet werden.
AG-Jahresitzung und Wahlen
Anläßlich der Jahressitzung am 15.09.2008 wurden in der turnusgemäßen Neuwahl erneut Thomas Bürkle zum stellvertretenden Leiter und Manfred Criegee-Rieck zum Leiter der Arbeitsgruppe bestimmt.
Vorgesehene Tätigkeiten im nächsten Jahr:
Zusammenfassend hat es die Arbeitsgruppe auch 2008 geschafft, den Kollegen und dem interessierten Fachpublikum ein breites Spektrum von Themen und Aktivitäten rund um das Thema Arzneimittelinformation zu bieten. Dies zeigt, dass ein großes Interesse besteht, sich fachlich mit dem Thema Arzneimittelsicherheit auseinanderzusetzen, vor allem deshalb, weil in diesem Gebiet ein großes Optimierungspotential zu erwarten ist.
Das nächste Zusammentreffen wird über den E-Mail Verteiler der gmds bzw. über die Bekanntmachungen im Internet oder mit dem Listeserver an die Interessenten der Arbeitsgruppe kommuniziert.
Die Internetseiten der Gruppen finden sich unter http://ais.imi.uni-erlangen.de/. Aktuell wird dieser öffentliche Auftritt der Arbeitsgruppe jedoch überarbeitet. Die bisher statischen Seiten werden künftig durch ein moderneres Verfahren abgelöst, so dass künftig z.B. eine leichtere Pflege und Aktualisierung dieses öffentlichen Auftritts möglich wird.
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