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Arbeitsgruppe

Standards für Interoperabilität und elektronische Gesundheitsakten (SIE)

AG SIE der GMDS: Rückblick auf das Jahr 2025

Im Jahr 2025 war die Arbeitsgruppe Standards für Interoperabilität und elektronische Gesundheitsakten (AG SIE) erneut ein aktiver Knotenpunkt für den fachlichen Austausch zu Interoperabilität, Standardisierung und Terminologien im Gesundheitswesen. Inhaltlich lag der Schwerpunkt auf der Begleitung nationaler und internationaler Entwicklungen rund um HL7 FHIR, IHE, SNOMED CT, LOINC und angrenzende Standardisierungsfragen. Die AG SIE versteht sich dabei nicht nur als Diskussionsforum, sondern auch als Brücke zwischen Community, Standardisierungsgremien und praktischer Implementierung. Die AG begleitet Anfragen und Stellungnahmen zu Standardisierungsthemen, arbeitet mit relevanten Standardentwicklungsorganisationen zusammen und engagiert sich fortlaufend im Interoperabilitätsforum. 

Ein sichtbarer Schwerpunkt der Arbeit lag 2025 auf der Teilnahme an Konferenzen, Foren und Workshops. Die AG war in den Formaten des Interoperabilitätsforums präsent, das zwei Mal jährlich tagt und offen für Interoperabilitätsthemen aus dem Gesundheitswesen ist. Zu den wichtigen Austauschplattformen des Jahres gehörte außerdem der 10. Deutsche Interoperabilitätstag (DIT X) vom 6. bis 8. Oktober 2025 in Berlin, in dessen Rahmen auch die gemeinsame Jahrestagung von HL7 Deutschland und IHE Deutschland stattfand. Diese Veranstaltungen boten der AG SIE die Möglichkeit, aktuelle Entwicklungen zu verfolgen, Kontakte zu pflegen und Impulse aus Versorgung, Forschung, Industrie und Standardisierung aufzunehmen. 

Auch die Mitarbeit in internationalen HL7-Formaten spielte 2025 eine wichtige Rolle. Auf europäischer Ebene fanden HL7 Europe Working Group Meetings vom 10. bis 14. Februar 2025 in Lissabon sowie vom 1. bis 5. Dezember 2025 in Köln statt. Ergänzend wurde in Deutschland ein Debriefing zum HL7 International Working Group Meeting in Madrid durchgeführt; dort standen unter anderem EHDS-Architektur, FHIR-Anwendungen, Kernmodule und Profile sowie Terminologien wie SNOMED CT, LOINC und UCUM im Mittelpunkt. Gerade diese Themen sind für die AG SIE von zentraler Bedeutung, weil sie die technische und semantische Grundlage einer belastbaren Interoperabilität im Gesundheitswesen betreffen. 

Ein weiterer Schwerpunkt war die Begleitung terminologischer Entwicklungen, insbesondere im Umfeld von SNOMED CT. Die AG SIE ist weiterhin in den Arbeitsgruppen zu LOINC und SNOMED CT des KKG beim BfArM aktiv und bringt ihre Expertise in semantische Annotationen sowie in die fachliche Übersetzung internationaler Standards in die deutsche Sprache ein. Hinzu kommt, dass seit 2020 im D-A-CH-L-Raum an einer abgestimmten deutschsprachigen Referenzübersetzung von SNOMED CT gearbeitet wird. Die Teilnahme an der SNOMED CT Expo 2025 in Antwerpen vom 22. bis 24. Oktober 2025 war in diesem Zusammenhang besonders wertvoll, weil dort internationale Erfahrungen, Implementierungsansätze und Best Practices für Terminologiearbeit zusammengeführt wurden. 

Neben der Teilnahme an Veranstaltungen blieb die Beratung der Community ein zentrales Arbeitsfeld der AG. Die Mitglieder unterstützten Anwenderinnen und Anwender bei Fragen zur Nutzung von IT-Standards und Terminologien, beteiligten sich an Ballotierungen und Kommentierungen und spiegelten Ergebnisse aus Arbeitskreisen regelmäßig in die Fach-Community zurück. Gerade an der Schnittstelle zwischen Strategie, Spezifikation und praktischer Umsetzung leistet die AG SIE damit einen wichtigen Beitrag: Sie ordnet Entwicklungen ein, schafft Orientierung in einem dynamischen Standardisierungsumfeld und stärkt den Austausch zwischen unterschiedlichen Akteursgruppen. 

Insgesamt war 2025 für die AG SIE ein Jahr intensiver Vernetzung, fachlicher Mitarbeit und kontinuierlicher Community-Unterstützung. Durch die Präsenz in nationalen und internationalen Foren, die Begleitung von HL7- und Terminologieaktivitäten sowie das Engagement bei der deutschen SNOMED-Übersetzung hat die AG ihre Rolle als fachlich verlässliche Ansprechpartnerin für semantische und syntaktische Interoperabilität weiter gefestigt. 

Ziele der Arbeitsgruppe

Mit zunehmender Orientierung des Gesundheitswesens und seiner unterstützenden Informations- und Kommunikationssysteme auf Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit und der damit verbundenen Offenheit der Architekturen und ihrer Implementationen gewinnen Standards an Bedeutung.

Da über benutzte Hardware-Plattformen, Betriebssysteme, verwendete Programmiersprachen, Programmentwicklungsumgebungen und Datenbanken sowie eingesetzte Anwendungsformate kein Konsens zu erzielen ist, beschränken sich die Standardisierungsaktivitäten auf Spezifikationen, Architektur- und Designprinzipien zur Sicherung der Interoperabilität sowie auf die Kommunikation zwischen den Systemkomponenten. Interoperabilität ist dabei sowohl auf der Ebene der Anwendungssysteme als auch auf der Ebene der Daten zu gewährleisten.

Die GMDS-AG "Standards für Kommunikation und Interoperabilität” stellt sich der Herausforderung, die angesprochenen Standardisierungsinhalte und –aktivitäten zu begleiten und zu unterstützen, den Gegenstand, den Prozess und die Ergebnisse der Standardisierung zu verbreiten und damit zur Akzeptanz und Weiterentwicklung der "Standards für Kommunikation und Interoperabilität” beizutragen.

Das Augenmerk der GMDS-AG "Standards für Kommunikation und Interoperabilität” gilt insbesondere der Information über diese Standards sowie ihrer Propagierung, Anwendung und Zusammenführung im Kontext der verschiedenen konkreten Anwendungsszenarien der Medizin. Dabei kooperiert die AG eng mit den anderen AG und PG der GMDS und gibt ihnen Scope-spezifische Unterstützung.

Die GMDS-AG "Standards für Kommunikation und Interoperabilität” unterstützt den Vorstand der GMDS, indem sie in seinem Auftrag Anfragen von sowie Gutachten und Stellungnahmen für nationale und internationale Standardisierungsgremien und andere Institutionen zum beschriebenen Tätigkeitsfeld erarbeitet.

Die AG SIE kooperiert mit den Standardentwicklungsorganisationen (SDO) DIN, HL7, IHE und DICOM sowie mit dem BfArM, welches die Terminologien (z.B. SNOMED, LOINC, ICD, ICD-O3) in Deutschland betreut.

Sie AG SIE trifft sich viermal im Jahr im Rahmen des Interoperabilitätsforums.

Siehe www.interoperabilitaetsforum.de

DMEA - SATELLITENVERANSTALTUNG 2024 VON GMDS UND BVMI

IHE on F(H)ir(e) Workshop, 08.04.2024

HL7 FHIR ist in aller Munde. Aktuelle Spezifikationen basieren gerade in Deutschland fast alle auf dem HL7 FHIR Standard. FHIR ist mit seinen Ressourcen primär als Container im Einsatz, um Inhalte zu transportieren oder zu manifestieren. IHE hat sich als "Workflow-Lieferant" einen Namen gemacht. Hier stehen Use Cases im Vordergrund, die konkrete Probleme beim Anwender lösen. Dies wird über eine gleichberechtigte Kooperation zwischen Anwendern, Standardvertretern und der Industrie erreicht.

Der Workshop beleuchtete die Situation und Möglichkeiten, wie die Aktivitäten von IHE und die Weiterentwicklung des HL7-Standards FHIR nutzbringend zusammengeführt werden können, um die Digitalisierung der Gesundheits-IT in Deutschland voranzutreiben.

Der Workshop war in drei Themenblöcke (A-C) gegliedert:

Themenblock A: Worauf bauen wir ein?

Online-Grußwort (Grahame Grieve, FHIR Product Director, Melbourne / Australien)

Harmonisierung von Versorgung und Forschung, (Marcus Kuper, Rostock)

Themenblock B: Wo stehen wir heute?

DGUV - von CDA zu FHIR, (Nicki Wageringel, Berlin)

Aktuelle IHE-Profile zur Nutzung von FHIR?, (Alexander Ihls, Mannheim)

MIOs: Aktuelles zur Entwicklung und Implementierung (Alexander Rosenberger / Michael Kallfelz, mio42 GmbH in Berlin)

Themenblock C: Wohin geht die Reise?

Die XDS Value Sets von IHE Deutschland, (Dr. Frank Oemig, Mülheim a. d. Ruhr)

Wie spielen IHE XDS und FHIR-basierte Clinical Data Repositories (CDR) zusammen?, (Alexander Ihls, Mannheim)

GMDS Jahresbericht 2024

Arbeitsgruppe
Standards für Interoperabilität und elektronische Gesundheitsakten (SIE)

Prof. Dr. Sylvia Thun, Berlin (Leiterin) 
Elisabeth Pantazoglou, Krefeld (Stellvertreterin)
Dr. Christof Geßner, Berlin (Stellvertreter)

Tätigkeit vom 1. Januar 2024 bis 31. Dezember 2024

Die AG SIE war in diesem Jahr wieder im Rahmen des Interoperabilitätsforums aktiv. Die Mitglieder der AG haben mit ihrer fachlichen Expertise Anwenderinnen und Anwender bei Fragen zur Nutzung von IT-Standards und Terminologien unterstützt. Darüber hinaus haben sie sich aktiv an der Kommentierung von Ballotierungsverfahren beteiligt. 

Die AG SIE pflegt die Zusammenarbeit mit internationalen Standardisierungsorganisationen (ISO, CEN, HL7, SNOMED Int. und LOINC) und beteiligt sich im Expertenkreis des InteropCouncils. Die Ergebnisse der Arbeitskreise werden in regelmäßigen Abständen der Fach-Community vorgestellt.  

Weiterhin sind die Mitglieder aktiv in den Arbeitsgruppen LOINC und SNOMED CT des KKG (Kuratorium für Fragen der Klassifikation im Gesundheitswesen) beim BfArM.

Außerdem betätigen sich die Mitglieder aktiv in diversen Projekten und unterstützen dort die semantischen Annotationen mit ihrer Expertise zu internationalen Standards, wie LOINC und SNOMED CT und deren fachliche Übersetzung in die deutsche Sprache. 

Stellungnahmen zu Digitalgesetzen wurden abgegeben.

Amtszeit der Leiter*innen und deren Vertretung

2024-2026

Archiv der Tätigkeitsberichte