Arbeitsgruppe

Pädiatrische Epidemiologie (pEp)

Ziele der Arbeitsgruppe

Die AG Pädiatrische Epidemiologie der gmds hat sich zum Ziel gesetzt, das Verständnis und die Operationalisierung von chronischer Erkrankung bei Kindern in Deutschland voran zu bringen. Hierzu nutzen wir den Umstand, dass wir neben der AG der gmds auch noch die AG Pädiatrische Epidemiologie in der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde (DGKJ) sowie in der Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie (DGEpi) leiten.

Warum ist dieses Thema wichtig?
Weder in nationalen noch in internationalen pädiatrisch-epidemiologischen Studien gibt es eine einheitliche Definition für chronische Erkrankungen oder chronische Gesundheitszustände im Kindesalter. Es existieren verschiedene Krankheitskonzepte, die sich in Dauer, Schwere und Persistenz der Erkrankung unterscheiden. Des Weiteren wird die Bedeutung einer funktional- und teilhabeorientierten Perspektive auf Krankheit, wie sie in der Internationalen Klassifikation von Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit bei Kindern und Jugendlichen (ICF-CY) der WHO aus dem Jahr 2007 zu finden ist, immer größer. Hinzu kommt die in der UN Kinderrechtskonvention begründete "Berücksichtigung der Meinung des Kindes". Kindern ist das Recht auf Meinungsbildung und – Äußerung "in allen das Kind berührenden Angelegenheiten (...) unabhängig davon, ob es schon fähig ist, sich eine eigene Meinung zu bilden", zugesprochen. Dies schließt die kindliche Perspektive auf Krankheit mit ein.

Was sind unsere Fragen?
Welche Krankheitskonzepte sind leitend in der pädiatrischen Versorgung und der alltäglichen Begegnung mit Kindern? Was bedeutet es für deutsche Kinderärzte, wenn ein Kind chronisch krank ist? Inwiefern überlappen diese Vorstellungen mit existierenden epidemiologischen Definitionsversuchen? Welche Auswirkungen haben diese unterschiedlichen Definitionen auf Prävalenzen und Inzidenzen chronischer Erkrankung von Kindern, z.B. in nationalen epidemiologischen Datensätzen? Was bedeuten sie für die soziale und gesundheitliche Prognose der Kinder, für ihre Versorgung und die Versorgungsstrukturen?

Tätigkeiten der Arbeitsgruppe:

Welche konkreten Projekte führen wir durch?

1)      Quantitative Befragung von deutschen Kinderärzten zu o.g. Fragestellungen
2)      Organisation von Symposien zum Thema "Chronische Erkrankungen bei Kindern" auf nationalen Kongressen

Tätigkeit vom 1. Januar 2019 bis 31. Dezember 2019

  1. Erfassung aller aktiven pädiatrischen Kohorten
    Die Erfassung aller aktiven pädiatrischen Kohorten in Deutschland ist abgeschlossen, eine Liste liegt vor.
  2. Zusammenstellung aller pädiatrisch-versorgungswissenschaftlichen Projekte aus dem Innovationsfonds
    Des Weiteren wurde eine Liste mit pädiatrisch-versorgungswissenschaftlichen Projekten zusammengestellt, die derzeit durch den Innovationsfonds gefördert werden.
  3. Veranstaltungsformate während der DGEpi-Jahrestagung 2019
    Dieses Jahr richtete die AG im Rahmen der Jahrestagung zwei Vortragssessions, eine Postersession (gemeinsam mit der AG Ernährungsepidemiologie) sowie einen Workshop zur pädiatrischen Versorgungsepidemiologie mit Primär- und Sekundärdaten aus. Der Workshop umfasste eine Keynote von Enno Swart (AG AGENS) zur wissenschaftlichen Nutzung von Sekundärdaten in der pädiatrischen Versorgungsforschung und drei thematisch passende begutachtete Einzelvorträge. Des Weiteren war die AG mit einem Poster auf dem bunten AG-Abend vertreten.
  4. Sessions auf dem Kongress für Kinder- und Jugendmedizin 2019
    Auf dem Kongress für Kinder- und Jugendmedizin wurde von der AG folgende Veranstaltung ausgerichtet:
            •  Symposium „Nutzen epidemiologischer Studien für das Verständnis pädiatrischer Erkrankungen“
    Darüber hinaus hat die assoziierte Fachgruppe Kinder- und Jugendmedizin des Deutschen Netzwerks Versorgungsforschung (DNVF) die folgenden Veranstaltungsformate ausgerichtet:
            •  Treffen der Fachgruppe Kinder- und Jugendmedizin des DNVF
            •  Symposium „Versorgungsforschung für Kinder und Jugendliche – geförderte Projekte aus dem Innovationsfonds“
  5. Sessions der assoziierten Fachgruppe Kinder- und Jugendmedizin des DNVF auf dem Deutschen Kongress für Versorgungsforschung 2019
    Die Fachgruppe Kinder- und Jugendmedizin des DNVF richtete auf dem diesjährigen Deutschen Kongress für Versorgungsforschung die folgenden Sessions aus:
             •  Besprechung der Fachgruppe Kinder- und Jugendmedizin
             •  Postersession „Versorgungforschung für Kinder, Jugendliche und Familien“
             •  Vortragssession „Versorgung von Kindern und Jugendlichen“

ARCHIV DER TÄTIGKEITSBERICHTE

  • Aktivitäten im Jahr 2017

    Aktivitäten im Jahr 2017

    Tätigkeit vom 1. Januar 2017 bis 31. Dezember 2017

    Rückblick: Die Erstellung eines Katalogs aller relevanten pädiatrisch-epidemiologischen Register und Kohorten in Deutschland wurde abgeschlossen. Der Katalog wird in einer noch festzulegenden Form über die Website der AG Pädiatrische Epidemiologie der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Bei pädiatrischen Jahrestagungen wurden über 4 Jahre alle laufenden pädiatrisch-epidemiologischen Forschungsvorhaben in Deutschland vorgestellt. 

     Aktuelle Entwicklungen (seit Herbst 2016):

    • Die Funktion des Sprechers der AG wurde von Frau PD Dr. Freia De Bock, MPH (FDB, Mannheim) übernommen.
    • Die Funktion des stellvertretenden Sprechers wurde von Herr Univ-Prof. Dr. Michael S. Urschitz, EU-MSc (MSU,Mainz) übernommen
    • Herr Dr. Awi Wiesel (Mainz) übernimmt die Funktion des „past chairs“ und hat die Unterlagen der AG an die beiden Sprecher übergeben.
    • Zur besseren Planung und Aufgabenverteilung wurde eine „Steuerungsgruppe“ bisher bestehend aus den beiden Sprechern, Herrn Prof. Dr. Rüdiger von Kries (München) und Frau Prof. Thyen (Lübeck) gegründet. Diese Gruppe soll noch erweitert werden.
    • Die Umbenennung der AG in „Pädiatrische und Perinatale Epidemiologie“ wurde beschlossen. Ein entsprechender Antrag wurde dem Vorstand der DGEpi vorgelegt.
    • Seit 2017 vertritt MSU die Arbeitsgruppe 2 offiziell im Konvent der Deutschen Gesellschaft für Kinderheilkunde und Jugendmedizin (DGKJ).
    • MSU ist designierter Sprecher der Arbeitsgruppe „Kinder- und Jugendmedizin“ der DGKJ im Deutschen Netzwerk Versorgungsforschung (DNVF). Er wird die Funktion von Herrn Univ-Prof. Dr. Wieland Kiess (Leipzig) übernehmen.
    • FDB vertritt die DGKJ seit Juli 2017 in der nationalen Steuerungsgruppe des Zukunftsforums Public Health. Das "Zukunftsforum Public Health" ist eine Initiative der wichtigsten nationalen Gesellschaften und Organisationen im Bereich Public Health (z.B. ÖGD, Landesvereinigungen für Gesundheit, Wissenschaftliche Gesellschaften) mit dem Ziel der nachhaltigen Vernetzung der Akteure und der Entwicklung einer Public Health-Strategie für Deutschland.
    • Das Thema „Chronische Krankheiten im Kindesalter“ wurde als erstes übergreifendes Thema für die nächsten Arbeitsjahre der AG identifiziert und entsprechende Workshops und Symposien bei den Jahrestagungen der DGEpi und DGKJ eingereicht. Ein Workshop mit dem Thema „Alle reden von chronischer Erkrankung – aber meinen wir alle dasselbe? Probleme, Perspektiven und Implikationen der Definition chronischer Erkrankung im Kindesalter“ wurde in Zusammenarbeit mit der AG Kinder und Jugendgesundheit der DGSMP für die Jahrestagung 2017 der DGEpi realisiert.