Arbeitsgruppe

Therapeutische Forschung

Aktuelles

Liebe Mitglieder der AG Therapeutische Forschung,

wie in allen Lebensbereichen hat die COVID-Pandemie auch bei den geplanten Aktivitäten unserer Arbeitsgruppe tiefe Spuren hinterlassen. Den für den 16. März geplanten Workshop „Analysis of adverse events in the context of estimands“, der sich mit zahlreichen Anmeldungen großer Beliebtheit erfreute und mehrfach überbucht war, mussten wir leider kurzfristig absagen. Weil sich dieser Workshop mit integrierten R-Übungen nur in einer Präsenzveranstaltung sinnvoll abbilden lässt, müssen wir uns wohl noch eine Weile gedulden, bis wir ihn nachholen können. Wir werden das aber ganz sicher tun und Sie rechtzeitig darüber informieren.

Schon heute möchten wir Sie auf den Online-Workshop der AG Therapeutische Forschung zum Thema „Anforderungen, Problemfelder und Lösungsansätze bei der Analyse von Daten zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität“ aufmerksam machen. Dieser Workshop wird am

Donnerstag, 5. November 2020, 14:00 bis 16:00

stattfinden, und wir bitten Sie, uns bei der Planung zu unterstützen und sich vorab (s.u.) anzumelden. Die Einladung zum Workshop und das Programm finden Sie hier. Es werden keine Teilnahmegebühren erhoben. Sowohl der Online-Workshop als auch die # Drei Vorträge aus Industrie, Akademia und IQWiG werden verschiedene Facetten der Thematik beleuchten und mit Ihnen diskutieren. Im Anschluss an den Workshop wird eine AG-Mitglieder-Versammlung stattfinden, bei der u.a. die Vorstellung und Diskussion zukünftiger AG-Aktivitäten und die Wahl der AG-Leitung und der Stellvertreter anstehen. Weitere Informationen zu diesen Veranstaltungen werden wir Ihnen in den kommenden Wochen übermitteln.

Bitte melden Sie sich für den kostenfreien Online-Workshops und die AG-Mitgliederversammlung an:

Anmeldung

 

Genießen Sie die Herbsttage und vor allem: bleiben Sie gesund!

Meinhard Kieser, Ralf Bender und Friedhelm Leverkus

TÄTIGKEITEN DER ARBEITSGRUPPE

Tätigkeit vom 1. Januar 2019 bis 31. Dezember 2019

Im Berichtsjahr organisierte die Arbeitsgruppe "Therapeutische Forschung" den Workshop „Aktuelle Themen der Nutzenbewertung“, der am 10. September 2019 im Rahmen der 64. GMDS-Jahrestagung in Dortmund stattfand. Es wurden methodische Aspekte der Nutzenbewertung für drei Themenkomplexe vorgestellt und diskutiert.

  • Session 1: Wahl geeigneter A-priori-Verteilungen für den Homogenitätsparameter in Bayes‘schen Metaanalysen mit sehr wenigen Studien im Rahmen der Nutzenbewertung
    Ralf Bender (IQWiG, Köln): Einführung in die Thematik
    Teil 1: Sebastian Weber (Novartis, Basel): Konstruktion schwach informativer A-priori-Verteilungen 
    Teil 2: Christian Röver (Institut für Medizinische Statistik, Göttingen): Konstruktion schwach informativer A-priori-Verteilungen 
    Sibylle Sturtz (IQWiG, Köln): Bayes‘sche Metaanalysen mit zufälligen Effekten: Wahl der A-priori-Verteilung für tau aus HTA-Sicht-   Panel Diskussion
  • Session 2: Analyse und Interpretation von Subgruppen in der Nutzenbewertung
    Friedhelm Leverkus (Pfizer, Berlin): Einführung in die Thematik
    Susanne Lippert, Bodo Kirsch, Christoph Muysers (Bayer AG, Berlin): Subgroup Explorer zur systematischen Analyse von Subgruppen – einsetzbar bei der Nutzenbewertung?
  • Session 3: Umgang mit nicht-proportionalen Hazards in der Nutzenbewertung
    Meinhard Kieser (Institut für Medizinische Biometrie und Informatik, Heidelberg): Einführung in die Thematik
    Katrin Kupas (Bristol-Myers Squibb, München): Tests bei Time-to-event Analysen und verzögertem Wirksamkeitseintritt
    Panel Diskussion

Ebenfalls im Rahmen der GMDS-Jahrestagung fand eine Sitzung der AG „Therapeutische Forschung“ statt. Dabei wurden unter anderem potentielle Themen für Workshops, die im Jahr 2020 von der AG ausgerichtet werden, diskutiert. Für den März 2020 ist eine Weiterbildungsveranstaltung zum Thema „Safety-Analysen“ geplant, die die AG „Therapeutische Forschung“ gemeinsam mit der AG „Pharmazeutische Forschung“ der Dt. Region der Internationalen Biometrischen Gesellschaft organisieren wird. Bei der CEN/GMDS-Tagung im kommenden Jahr wird die AG „Therapeutische Forschung“ einen Workshop durchführen, der sich mit der Analyse von Daten zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität befassen wird. Aus dem im Jahr 2018 von der AG organisierten Workshop zum Thema „Big Data in der klinischen Forschung – Chancen, Risiken und Herausforderungen“ resultierte eine Publikation, die im Deutschen Ärzteblatt erschien und auf große Resonanz stieß (https://www.aerzteblatt.de/archiv/209455/Big-Data-in-der-klinischen-Forschung-Vieles-ist-noch-Wunschdenken ).
 

Ziele der Arbeitsgruppe

Die Arbeitsgruppe „Therapeutische Forschung“ bietet eine Plattform zur Diskussion aktueller biometrischer Fragestellungen in der klinischen Forschung. Im Rahmen von Workshops und Tutorien sollen biometrische Herausforderungen, die im universitären Bereich, der Industrie und in Institutionen des Gesundheitswesens auftreten, und entsprechende Lösungsansätze vorgestellt werden. Eine Publikation der erarbeiteten Methoden wird angestrebt. Weiterhin sollen Weiterbildungsveranstaltungen zu speziellen Themen der klinischen Biostatistik organisiert und durchgeführt werden.

Thematische Schwerpunkte in der jüngeren Vergangenheit waren die Nutzenbewertung von Arzneimitteln sowie generalisierte Evidenzsynthese und die damit verbundenen biometrischen Verfahren. Zukünftig soll unter anderem die Bedeutung von Big Data in der klinischen Forschung und aktuelle Ansätze für Studiendesigns in speziellen Anwendungssituationen eruiert werden.

Archiv der Tätigkeitsberichte

  • Aktivitäten 2018

    Aktivitäten 2018

    Im Berichtsjahr organisierte die Arbeitsgruppe "Therapeutische Forschung" zwei Workshops, die beide auf außerordentlich große Resonanz stießen. Im Rahmen der 63. GMDS-Jahrestagung fand am 4. September 2018 in Osnabrück ein Workshop zum Thema „Big Data in der klinischen Forschung – Chancen, Risiken und Herausforderungen“ statt. In zwei Sessions und einer Panel Diskussion wurden verschiedene Facetten dieses aktuellen Themas vorgestellt und diskutiert.

    Session 1: Einführung und Sichtweisen auf die Thematik:
    Meinhard Kieser (Institut für Medizinische Biometrie und Informatik, Heidelberg): Einleitung in die Thematik und Übersicht
    Gerd Antes (Institut für Evidenz in der Medizin, Freiburg): Big Data und künstliche Intelligenz — Abschied von Qualität und menschlicher Verantwortung?
    Harald Binder (Institut für Medizinische Biometrie und Statistik, Freiburg): Big Data und künstliche Intelligenz — eine Herausforderung
    Amke Caliebe (Institut für Medizinische Informatik und Statistik, Kiel): Big Data — ein Paradigmenwechsel?

    Session 2: Anwendungen, Case studies und methodische Aspekte
    Alexander Schacht (Lilly, Bad Homburg v. d. Höhe): Visualisierung von Big Data
    Hans-Ulrich Burger (Roche, Basel): Ein Überblick über Besonderheiten, Chancen und Risiken bei der Verwendung von Big Data in der pharmazeutischen Forschung
    Dietrich Knoerzer, Thomas Künzel, Kai-Uwe Saum (Roche, Grenzach): Klinische Studien und darüber hinaus – Ergänzende Informationen für klinische Studien durch ‘Matching’-Verfahren und externe Datenquellen

    Am 23. Oktober 2018 fand in Heidelberg ein ebenfalls von der AG "Therapeutische Forschung" organisierter 1-Tages-Workshop zum Thema „Innovative Studiendesigns in der Onkologie“ statt. Bei dieser Veranstaltung wurden methodische, regulatorische und praktische Aspekte neuartiger Studiendesigns, die aufgrund der zunehmenden Bedeutung biomarker-definierter Behandlungsstrategien propagiert und angewendet werden, in elf Vorträgen und einer Panel Diskussion betrachtet.

    Session 1: Notwendigkeit neuer Studiendesigns und Sichtweisen von Behördenseite
    Meinhard Kieser (Institut für Medizinische Biometrie und Informatik, Heidelberg): Einleitung in die Thematik und Programmübersicht
    Richard Schlenk (Nationales Centrum für Tumorerkrankungen, Heidelberg): Herausforderungen bei der Entwicklung und Anwendung von Studiendesigns bei krankheitsübergreifenden Ansätzen unter Einbeziehung multidimensionaler Signaturen
    Benjamin Hofner (Paul-Ehrlich-Institut, Langen): Innovative Studiendesigns in der Onkologie aus regulatorischer Sicht
    Norbert Benda (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Bonn): Spezifische regulatorische Probleme in Basket- und Umbrella-Studien
    Stefan Lange (Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, Köln): Sicht des IQWiG: Auf den Nutzen kommt es an, auch beim Design!

    Session 2: Methoden und Anwendungen:
    2.1   Umbrella-, Basket- und Plattform-Designs
    Heiko Götte (Merck, Darmstadt): Basket-/Umbrella-/Platform-Studiendesigns: Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft
    Paul Burgess (Novartis, Basel): Examples of basket and platform protocols – statistical methods and application
    Frank Fleischer (Boehringer Ingelheim, Biberach, gemeinsam mit Kathrin Stucke-Straub und Birgit Gaschler-Markefski): Basket-Designs in der frühen klinischen Entwicklung – Evaluation der Designs basierend auf verschiedenen Go/No-Go Kriterien

    2.2   Weitere innovative Studiendesigns
    Johannes Krisam (Institut für Medizinische Biometrie und Informatik, Heidelberg; gemeinsam mit Dorothea Weber und Meinhard Kieser): Matched threshold crossing design – Methode und Anwendung
    Kaspar Rufibach (F. Hoffmann-La Roche, Basel; gemeinsam mit Annabelle Monnet und Dominik Heinzmann): MIRROS: Eine klinische Phase-III-Studie mit Gesamtüberleben als Endpunkt, einer positiven Wahrscheinlichkeit für Langzeitüberleben und einer Zwischenanalyse für Futility basierend auf Therapieansprechen
    Oliver Boix (Bayer, Berlin): Erfahrungen und Fallbeispiele in Studien mit modernen Dosis-Eskalations-Designs

    Ein Bericht zu diesem Workshop findet sich hier.

  • Aktivitäten 2017

    Aktivitäten 2017

     Im Rahmen der 62. GMDS-Jahrestagung in Oldenburg fand die 4. Geschäftssitzung der AG nach der Re-Aktivierung der AG im September 2014 statt. Turnusmäßig stand die Wahl der Leitung und der stellvertretenden Leitung der AG an. Der bisherige AG-Leiter, Prof. Dieter Hauschke (Freiburg), stellte sich nicht zur Wiederwahl. Neben der Leitung der AG "Therapeutische Forschung" hatte Prof. Hauschke in den vergangenen Jahren weitere wichtige Funktionen in der GMDS inne. So war er beispielsweise Beisitzer im Präsidium, Leiter der Präsidiumskommission IQWiG und mehrere Wahlperioden lang Mitglied des Fachausschusses Medizinische Biometrie (als Leiter, stellvertretender Leiter oder Mitglied). Er hat sich in dieser Zeit insbesondere maßgeblich um eine sachliche und strukturierte Diskussion methodischer Fragen im Zusammenhang mit der Nutzenbewertung verdient gemacht. Als kleines Dankeschön für seine zahlreichen Aktivitäten überreichte die AG "Therapeutische Forschung" Prof. Hauschke am Ende seiner Amtszeit ein Präsent. Als neuer Leiter der AG wurde Prof. Meinhard Kieser (Heidelberg) gewählt, und als Stellvertreter wurden Prof. Ralf Bender (Köln) und Friedhelm Leverkus (Berlin), die dieses Amt bereits in der vorangehenden Wahlperiode ausübten, bestätigt. Weiterhin wurde diskutiert, welche Themenschwerpunkte für zukünftige Workshops gewählt werden sollen. Als interessante Themen wurden u.a. die Rolle und Bedeutung von Big Data für die klinische Forschung und aktuelle Studiendesigns in der Onkologie genannt. Darüber hinaus wurde der aktuelle Stand der Arbeiten der gemeinsamen Projektgruppe der AG „Therapeutische Forschung“ und der AG „Pharmazeutische Forschung“ der IBS-DR berichtet, die sich mit der Analyse unerwünschter Ereignisse bei variablen Beobachtungszeiten in der Nutzenbewertung befasst.

     Die Arbeitsgruppe "Therapeutische Forschung" organisierte gemeinsam mit der GMDS-Arbeitsgruppe "Methodik systematischer Reviews" einen Workshop zum Thema "Methods for Generalized Evidence Synthesis", der ebenfalls während der 62. GMDS-Jahrestagung am 19. September 2017 in Oldenburg stattfand. In zwei Sessions wurden aktuelle Aspekte dieses Themas vorgestellt und diskutiert:

    Session 1: Methods for disconnected networks

    Sarah Böhme (Berlin): Evaluation of different approaches to indirect comparisons – a simulation study
    Gerta Rücker (Freiburg): Connecting the disconnected: New statistical methodology or new clinical research?

     Session 2: Combination of different designs and extrapolation

    Steffen Unkel (Göttingen): Cross-design synthesis of evidence in small populations
    Christian Röver (Göttingen): Robust extrapolation in evidence synthesis
    Kristina Weber (Hannover): Extrapolation: A meta-analysis with one study?

  • Aktivitäten 2016

    Aktivitäten 2016

    Tätigkeit vom 1. Januar 2016 bis 31. Dezember 2016

    Während der 61. GMDS-Jahrestagung in München fand die 3. Geschäftssitzung der AG nach der Wiederbelebung im September 2014 statt. Unter anderem wurde diskutiert, welcher Themenschwerpunkt bei der kommenden GMDS-Jahrestagung in Oldenburg für einen Workshop gewählt werden soll. Gewählt wurde die Thematik „Methoden für generalisierte Evidenzsynthesen“.

    Während der Jahrestagung in München fand der Workshop zu „Subgruppenanalysen auch unter dem Fokus der Nutzenbewertung“ statt. Für die Nutzenbewertung sind adäquat durchgeführte Subgruppenanalysen von herausragender Bedeutung. Daher wurde diese Thematik aus Sicht von Universitäten, Institutionen des Gesundheitswesens sowie der pharmazeutischen Industrie in folgenden Beiträgen diskutiert:

    Schmoor C, Koch A. Untergruppen in regulatorischen Guidelines: Zusammenfassung der Diskussion.
    Kupas K. Subgruppenanalyse in der Nutzenbewertung – Bewertung und Interpretierbarkeit aus Sicht der Industrie.
    Skipka G. Hinweise auf Effektmodifikation im IQWiG – Empirie und Ausblick.
    Frenz A-K. Alternative Verfahren zur Subgruppen Identifikation in Situationen der Nutzenbewertung.
    Benner A. Über den Nutzen von Random Forests für die Analyse von Subgruppen.
    Brannath W. Neue Methoden zur Quantifizierung von Behandlungseffektvarianz und -heterogenität

    Der Workshop ermöglichte allen Teilnehmern wesentliche Einblicke in diese Fragestellung, was auch zu einer intensiven Diskussion führte. Des Weiteren wurde während der Jahrestagung eine gemeinsame Projektgruppe der AG ATF mit der AG APF der IBS-DR gebildet. Fokus dieser Projekt-gruppe unter Leitung von Tim Friede ist die Analyse unerwünschter Ereignisse bei variablen Beobachtungszeiten in der Nutzenbewertung. Ausgangsbasis dieser Projektgruppe sind methodische Weiterentwicklung folgender Beiträge, die während der GMDS-Jahrestagung 2014 in Göttingen im Rahmen eines Workshops vorgestellt wurden und unter Meinhard Kieser als Associate Editor im Journal Pharmaceutical Statistics publiziert wurden.

    Kieser M. Editorial. Statistical methods for the analysis of adverse event data. Pharm Stat 2016; Vol. 4, 290-291.
    Bender R, Beckmann L, Lange S. Biometrical issues in the analysis of adverse events within the benefit assessment of drugs. Pharm Stat 2016; Vol. 4, 292-296.
    Allignol A, Beyersmann J, Schmoor C. Statistical issues in the analysis of adverse events in time-to-event data. Pharm Stat 2016; Vol. 4, 297-305.
    Proctor T, Schumacher M. Analysing adverse events by time-to-event models: The CLEOPATRA study. Pharm Stat 2016; Vol. 4, 306-314
    Hengelbrock J, Gillhaus J, Kloss S, Leverkus F. Safety data from randomized controlled trials: Applying models for recurrent events. Pharm Stat 2016; Vol. 4, 315-323.

    Ferner ist aus der Autorengruppe zu dieser Thematik der folgende Letter im Journal The Lancet Oncology publiziert worden: 
    Schmoor C, Bender R, Beyersmann J, Kieser M, Schumacher M. Adverse event development in clinical oncology trials. Lancet Oncol 2016: Vol. 17; Nr. 7; e263-e264.

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