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Zertifikat Medizinische Informatik

Die GMDS und die Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) haben gemeinsam 1978 das Zertifikat "Medizinische Informatik" geschaffen. Dieses Zertifikat bescheinigt dem Inhaber die Qualifikation, eine leitende Stellung auf dem Gebiet der Medizinischen Informatik zu übernehmen. 

Im Jahr 2013 wurde vereinbart, dass das Zertifikat „Medizinische Informatik“ um eine Trägergesellschaft, dem Berufsverband Medizinischer Informatiker (BVMI) e.V., erweitert wird. Neben den drei Trägergesellschaften können weitere Institutionen an der Gestaltung der Ziele des Zertifikates ideell unterstützend mitwirken.

Die Bedingungen zum Erwerb des Zertifikats "Medizinische Informatik" sind in der aktuellen 5. Fassung am 29.08.2013 von der GMDS, GI und BVMI verabschiedet worden (s. u. Download "Vergabeordnung"). Eine von den drei Gesellschaften eingesetzte Kommission prüft in jedem Einzelfall die Erfüllung der Durchführungsrichtlinien.

Voraussetzungen zum Erwerb des Zertifikats sind

  1. in der Regel ein Hochschulstudium der Medizin, der Informatik oder der Medizinischen Informatik mit einem Abschluss als Diplom, Master oder Staatsexamen,
  2. eine Weiterbildung, die das Eingangsstudium um die komplementären Fachgebiete gemäß Abs. 1, Nr. 1 ergänzt,
  3. eine mindestens 5-jährige operationelle Tätigkeit auf dem Fachgebiet der Medizinischen Informatik,
  4. der Nachweis von Managementkompetenz,
  5. eine mündliche Aussprache mit der Kommission.
  6. Die Zertifikatskommission kann ausführliche Stellungnahmen zu den Anträgen von Zertifikatsinhaberinnen oder Zertifikatsinhabern sowie Professorinnen oder Professoren für Medizinische Informatik einholen. 

Die breiten Fachkenntnisse und Erfahrungen überprüft die Zertifikatskommission anhand von Publikationen, Projektberichten, etc. in vier Bereichen:

  • Medizinische Informatik
  • Medizin
  • Informatik
  • Managementkompetenz

Das Zertifikat "Medizinische Informatik" bescheinigt der Inhaberin oder dem Inhaber die Qualifikation für verantwortliche Positionen in der Medizinischen Informatik hinsichtlich einer akademischen Ausbildung, einer fachlichen Fort- und Weiterbildung sowie einer 5-jährigen operationellen Tätigkeit in der Medizinischen Informatik. Es wird erwartet, dass sich die Inhaberinnen und Inhaber auch nach Vergabe des Zertifikates regelmäßig fort- und weiterbilden.

Das Zertifikat orientiert sich an den Empfehlungen der IMIA (International Medical Informatics Association) zur Aus- und Weiterbildung in Medizinischer Informatik ("Recommendations of the International Medical Informatics Association (IMIA) on Education in Biomedical and Health Informatics; First Revision (2010) (Methods Inf Med 2010 49(2):105-120).

Derzeit (September 2017) gibt es 255 Zertifikatsinhaber.

Interessenten und Bewerber wenden Sie sich bitte vor der Einreichung eines Antrags direkt an den Vorsitzenden der Kommission:

Prof. Dr. Thomas M. Deserno
PLRI - Peter L. Reichertz Institut
Muehlenpfordtstr. 23
38106 Braunschweig
Telefon: 0531/391 2130
E-Mail: thomas.deserno@plri.de

Herr Prof. Dr. Wendelin Schramm hat den Vorsitz der Kommission am 22.01.2018 an den bisher stv. Vorsitzenden, Prof. Dr. Thomas M. Deserno, abgetreten.

Für den Erwerb des Zertifikats können Weiterbildungsangebote sehr hilfreich sein. Wir verweisen hier auf die facheinschlägigen Weiterbildungsangebote

Die derzeitigen Mitglieder der Zertifikatskommission sind (mit Angabe ihres Gebietes):

• Prof. Dr. K. Becker, Bremen (Medizinische Informatik)
• Prof. Dr. O. Bott, Hannover (Medizinische Informatik)
• Prof. Dr. M. Dugas, Münster (Medizinische Informatik)
• Prof. Dr. M. Haag, Heilbronn (Informatik)
• Prof. Dr. R. Lenz, Erlangen (Informatik)
• H. Schlegel, Nürnberg (Managementkompetenz)
• Prof. Dr. W. Schramm, Heilbronn (Medizin)
• Dr. A. Schuster, Berlin (Managementkompetenz)
• Prof. Dr. T. Deserno, Braunschweig (Medizinische Informatik), Vorsitzender
• Prof. Dr. S. Thun, Krefeld (Medizin)

TÄTIGKEITEN DER ARBEITSGRUPPE

Tätigkeit vom 1. Januar 2020 bis 31. Dezember 2020
Die GMDS bietet ihren Mitgliedern und der interessierten Fachöffentlichkeit mit der „GMS – Medizinische In- formatik, Biometrie und Epidemiologie“ (MIBE) seit 2005 den Service einer online-Fachzeitschrift mit Peer- Review Verfahren (https://www.gmds.de/publikationen/online-zeitschriften/) über die gesamte Breite der in der GMDS vertretenen Fächer. Als Open-Access-Zeitschrift bie- tet MIBE Publikationsmöglichkeiten, die weit über die Angebote konventioneller Zeitschriften hinausgehen. Dieser Service ist frei: Es fallen keine Gebühren für Leser und Autoren an, weltweit.

Im Jahr 2020 wurden 42 Arbeiten neu eingereicht und 11 Arbeiten wurden veröffentlicht (https://www.egms.de/dynamic/en/journals/mibe/volume15.htm). Bei 11 Arbeiten wurde die Veröffentlichung nach der Begutachtungabgelehnt. Über die Publikationen informieren wir über Twitter und Facebook.

Vier dieser Publikationen stammen aus dem Sonderheft zur gemeinsamen Jahrestagung GMDS & CEN-IBS 2020. Eine Publikation aus den Tagungseinreichungen wird noch in 2021 erscheinen. Das Sonderheft FHIR wurde in 2020 weitgehend fertig gestellt und ist Anfang 2021 erschienen.

Führend in der Liste der am häufigsten angeschauten Publikationen ist im zweiten Halbjahr 2020 die Arbeit von Herrn Stang et al., die eine sanfte Einführung in Fishers Signifikanztest (DOI: 10.3205/mibe000206, www.egms.de/static/de/journals/mibe/about.htm) gibt. Herzlichen Glückwunsch.

Im Berichtszeitraum wurde ein Antrag zur Aufnahme der MIBE in die Medline eingereicht. Es wurde sehr viel positive Rückmeldung zum Publikations- und Begutachtungsprozess gegeben. Allerdings sind für eine Aufnahme in die Medline noch eine höhere Zahl an Originalarbeiten und eine höhere internationale Sichtbarkeit notwendig. Daran können alle mitwirken. Wir freuen uns über spannende Einreichungen und Vorschläge für Sonderhefte.

Wir bedanken uns herzlich bei den Begutachtenden, die in der Regel aus den GMDS Arbeits- und Projektgruppen kommen, für ihr großes Engagement und die konstruktiven Gutachten. Nicht nur für junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ist dies ein gutes Argument für die Einreichung eines Manuskripts auf www.egms.de/static/de/journals/mibe/authors.htm.