Health Technology Assessment (HTA)
GMDS Jahresbericht 2025
Arbeitsgruppe
Health Technology Assessment (HTA)
Dr. Kirsten Herrmann, München (Leiterin)
Dr. Saskia Trescher, Berlin (Stellvertreterin)
Prof. Dr. Peter Schlattmann, Jena (Stellvertreter)
Neuwahlen im Dezember 2025
Die AG HTA wurde 2025 mit neuer Leitung besetzt. Neugewählt wurden am 4.12.2025 AG Leitung Dr. Kirsten Herrmann, Pharming (vorher Leiterin AG Systematik Reviews), Stellvertretungen: Dr. Sakia Trescher, Pfizer und Prof. Peter Schlattmann, Universität Jena. Das neue Team wird sich zuerst mit dem JCA beschäftigen und ist offen für die Themen , die auch von den Mitgliedern der AG eingebracht werden. Alric Rüther, IQWiG und Petra Schnell-Inderst, UMIT Hall, standen nicht mehr zur Verfügung. Beide hatte die AG viele Jahre lang mit großem Elan geleitet. An dieser Stelle einen herzlichen Dank dafür.
Tätigkeit vom 1. Januar 2025 bis 31. Dezember 2025
Workshop Jahrestagung 2025
Kirsten Herrmann führte zusammen mit Tim Mathes als Leiterin der AG Methodik Systematischer Reviews, im Rahmen der GMDS Tagung in Jena einen Workshop durch mit dem Titel „Evidenzsynthesemethoden in Situationen mit sehr wenigen und kleinen Studien“. Es konnten mehr als 30 Teilnehmer am 9.9.2025 in diesem Workshop begrüßt werden.
Liegen zum Zeitpunkt, an dem eine Zulassungs- oder Vergütungsentscheidung gefordert wird, nur wenige randomisierte Studien (RCTs) für die zu bewertende Intervention vor, dann sollten sämtliche der vorhandenen hochwertigen Daten aus vergleichenden Studien bestmöglich genutzt werden. Evidenzsynthesen stellen hier das Mittel der Wahl dar, da sie die Power gegenüber einer einzelnen Studie erhöhen. Allerdings bestehen bei wenigen Studien und/oder kleinen Fallzahlen besondere Anforderungen an die statistischen Methoden, da „Standardmethoden“, die für größere Datenmengen konzipiert wurden, hier häufig keine zufriedenstellenden Schätzungen liefern. Zudem liegen zusätzlich zu RCTs mitunter bereits nicht randomisierte Studien (NRSs) vor. Es stellt sich somit die Frage, ob und wie diese Daten ergänzend genutzt werden können. Hier könnte unter bestimmten Voraussetzungen, insbesondere einer ausreichenden methodischen Qualität der NRS, die Nutzung von neuen Ansätzen der Evidenzsynthese zur Verknüpfung von RCTs und NRSs erwogen werden. Diese können zum einen die Heterogenität zwischen RCTs und NRSs berücksichtigen und zum anderen ggf. Unterschiede bzgl. des Risikos für Verzerrung, z.B. über unterschiedliche Gewichtung, Rechnung tragen.
Im Workshop wurden mögliche methodische Ansätze, die in solchen Situationen mit spärlicher Datenlage infrage kommen, vorgestellt und deren Potenzial und mögliche Limitation für die praktische Anwendung diskutiert.
Schlüsselwörter: Evidenzsynthesen, Metanalysen, wenige Studien, kleine Fallzahlen, wenige Ereignisse, seltene Erkrankungen
Vorträge:
- Ralf Bender (Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, Ressort Medizinische Biometrie): „Probleme und Lösungsansätze für Evidenzsynthesen mit sehr wenigen Studien“
- Tim Mathes (Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, Ressort Gesundheitsökonomie; Universitätsmedizin Göttingen, Institut für Medizinische Statistik): „Evidenzsynthese- und Metanalysemethoden zur Verknüpfung von randomisierten und nicht-randomisierten Studien“
- Christian Röver (Universitätsmedizin Göttingen, Institut für Medizinische Statistik): „Dynamische Unterstützung durch Shrinkage-Schätzung zur Verknüpfung von randomisierten und nicht-randomisierten Studien“
Direkt im Anschluss hat die jährliche AG-Sitzung stattgefunden.
Amtszeit der Leiter:innen und deren Vertretung
bis 2028
